Teil 2

Die historische und gegenwärtige Präsenz der Hazara in Deutschland



Teil 2

Die Präsenz der Hazara in Deutschland begann, im Gegensatz zu anderen ethnischen Gruppen aus Afghanistan, mit einer historischen Verzögerung. Die Ursachen hierfür lagen in den diskriminierenden politischen Strukturen und der Ausgrenzungspolitik innerhalb Afghanistans. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die Modernisierungsprojekte Afghanistans in Zusammenarbeit mit Deutschland begannen und der Studentenaustausch anlief, blieben die Hazara aufgrund systematischer Benachteiligung von diesen diplomatischen und bildungspolitischen Chancen ausgeschlossen. Dieser ethnische Exklusivitätsanspruch führte dazu, dass die ersten Spuren der Hazara in Deutschland nicht durch staatliche Programme, sondern auf Eigeninitiative in den 1970er Jahren entstanden. In dieser Zeit bildeten einige wenige Hazara-Geschäftsleute (vor allem im Hamburger Teppichmarkt) und einige Elite-Studenten, denen es gelang, die Barrieren der Diskriminierung zu überwinden, den ersten Kern dieser Gemeinschaft in Deutschland.

Mit dem Einmarsch der Sowjetunion im Jahr 1979 verschob sich das Machtgefüge, und die erste große Flüchtlingswelle der Hazara begann. In dieser Phase wählten Intellektuelle und Technokraten der Hazara, die sowohl vom kommunistischen Regime als auch von extremistischen Kräften unter Druck gesetzt wurden, Deutschland als sicheren Zufluchtsort.

 

Ein dunkler Wendepunkt in der modernen Geschichte der Hazara, vergleichbar mit der Ära von Abdur Rahman Khan, ereignete sich jedoch Anfang der 1990er Jahre und mit dem anschließenden Aufstieg der Taliban (erste Herrschaft). In dieser Zeit wandelte sich die Diskriminierung hin zu

„systematischem Völkermord und physischer Vernichtung“. Gräueltaten wie die Massaker in Masar-e Scharif und Jakawlang machten die Hazara zum Ziel gezielter ethnischer und religiöser Angriffe. Diese systematische Gewalt führte zu einer massiven Abwanderung von Hazara-Familien nach Europa, insbesondere nach Deutschland. Der entscheidende Unterschied war jedoch, dass sie nun nicht mehr für Bildung, sondern für das bloße Überleben ihre Heimat verlassen mussten.

Im 21. Jahrhundert trat die Präsenz der Hazara in Deutschland in eine neue Phase ein. Trotz des Sturzes der ersten Taliban-Regierung im Jahr 2001 und der Präsenz der internationalen Gemeinschaft unter Führung der USA sowie der Ära der Republik, suchten viele Hazara weiterhin Zuflucht in Deutschland – sowohl über Bildungsprogramme als auch über Fluchtwege. Die Fortsetzung der diskriminierenden Politik gegenüber den Hazara und der Versuch, sie aus Schlüsselpositionen des Staates zu verdrängen, waren wesentliche Faktoren für die anhaltende Migration in dieser Zeit.

Die Flüchtlingskrise von 2015 markierte eine weitere Tragödie, die eine große Anzahl von Hazara nach Deutschland brachte. Unter ihnen befanden sich viele, die zuvor vor den Taliban in den Iran geflohen waren, dort jedoch ebenfalls Diskriminierung, den Entzug von Bürgerrechten und eine Perspektivlosigkeit für ihre Kinder erlebten. Diese „Migration innerhalb der Migration“ verursachte die bisher größte Welle der Hazara-Präsenz in Deutschland.

Schließlich begann mit dem Fall von Kabul im August 2021 und der Rückkehr der Taliban ein neues Kapitel der Ausgrenzung der Hazara sowie anderer nicht-herrschender Gruppen. Gezielte Vertreibungen aus Hazara- Siedlungsgebieten, der Ausschluss aus Machtstrukturen und verdoppelte Sicherheitsbedrohungen haben dazu geführt, dass in den letzten Jahren eine Welle von Eliten, Menschenrechtsaktivisten und besonders gefährdeten Gruppen Schutz in Deutschland gesucht hat.

Sarah albert

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Mike hardson

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Aleesha brown

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